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Fahren Sie vorsichtig!

Tipps und aktuelle Fahrberichte - exklusiv von Motorjournalist Werner Müller


Regen ist gut für den Garten, aber nicht für Autofahrer

Die Bauern freuen sich über Regenschauer, die Autofahrer weniger -Aquaplaning macht Fahrbahnen zu Rutschbahnen. So verhält man sich richtig

Formel 1-Fahrer haben es gut. Wenn es regnet, kommen sie an die Box und sekundenschnell werden grob profilierte Regenreifen montiert. Und wenn es extrem schüttet, dann kommt - wie gerade beim Rennen in Kanada - das so genannte Pacecar raus und bremst alle Rennwagen auf niedriges Tempo ein.


Autofahrer müssen bei diesen Witterungsbedingungen dagegen selbst entscheiden und ihre Fahrweise entsprechend einrichten. Die montierten, modernen Sommerreifen renommierter Hersteller haben in der Regel gute Nässeeigenschaften. Vorsicht ist jedoch - wie Reifentests des ADAC und von Fachzeitschriften zeigen - bei Billigreifen meist aus chinesischer Produktion angebracht. Diese sind bei Nässe, vor allem beim bremsen, deutlich schlechter.


Voraussetzung für gute Nässeeigenschaften ist allerdings eine Rest-Profiltiefe von drei bis vier Millimetern. Der Gesetzgeber erlaubt zwar 1,6 Millimeter Restprofil. Doch wer sicher fahren will, sollte bei spätestens drei Millimetern die Reifen wechseln. Die Reifen "schwimmen" bei geringerem Profil viel früher auf, das Profil kann nur noch ein Drittel der Wassermenge aufnehmen, das gefährliche Aquaplaning lässt das Auto ohne Fahrbahnkontakt über das Wasser rutschen.

Oft macht sich Aquaplaning durch kurzzeitig höhere Drehzahl des Motors wegen durchdrehender Räder bemerkbar. Wie soll man sich nun bei Wasserglätte und starkem Regen als Autofahrer verhalten?


Runter vom Gas Unbedingt das vorgeschrieben Tempo einhalten und bei starkem Regen nicht schneller als 80 km/h fahren

Rücksicht nehme
n Nicht zu dicht hinter dem Vordermann herfahren, die Gicht kann das Fahren zum Blindflug machen. Beim Überholen nicht so früh wieder einscheren, der Hintermann sieht durch
die Gichtwolke sekundenlang nichts

Vorsicht bei halbtrockener Fahrbahn
 Plötzlich auftretende Pfützen oder Wasser, das über die Fahrbahn läuft, können einem das Lenkrad verreißen und starkes Aquaplaning verursachen. Weniger routinierte Autofahrer können sich dabei heftig erschrecken. Bei diesem Fahrbahnzustand aufmerksam die Vorausfahrenden beobachten. Plötzlich auftretende Gichtfahnen signalisieren: Achtung Pfütze, stehendes Wasser in Spurrillen, Rutschgefahr.

Kolonne fahren wie Formel 1-Piloten Bei Regen fahren Vettel & Co auch rundenlang hintereinander her, weil sie in der trocken gefahrenen Spur bleiben wollen. Autofahrer können das auf der Autobahn auch machen und bei extremem Regen sogar hinter den LKW herfahren. Die fahren mit ihrer breiten Bereifung eine satte Spur nässefrei.

Fahren wie Profis Bei auftretendem Aquaplaning sofort die Kupplung treten, das Auto verliert so den Vortrieb. Auf keinen Fall bremsen, die Räder bleiben blockiert, der Wasserfilm baut noch langsamer ab. Wenn das gebremste Rad dann wieder Bodenkontakt bekommt, kann das Fahrzeug ins Schleudern kommen. Zudem möglichst nicht lenken. Die Lenkung reagiert bei Wasserglätte nicht. Beim Kontakt mit der trockener Fahrbahn und eingeschlagener Lenkung reagiert das Auto dann unkontrollierbar.

Der wichtigste Tipp bei Aquaplaning:
 Ruhig bleiben. Lenkrad festhalten und abwarten, bis das Fahrzeug wieder Bodenkontakt hat.

Foto: Continental/dpp
Mit weniger Profil steigt die Gefahr von Aquaplaning deutlich an.
Letzte Änderung: Mittwoch, 15.06.2011 11:01 Uhr

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