cl. Oberberg. Es ist eine der
ältesten Garmethoden der Welt - das Kochen in einem Topf.
"Pot-au-feu" - der klassische "Topf auf dem
Feuer" aus Frankreich bezeichnet am besten den
ursprünglichen Garplatz über dem offenen Feuer ohne Herd.
In der französischen Küche hat der Eintopf als edle Form
der Speisenzubereitung am Sonntag einen festen Platz.
Bei uns kommt er eher alltags auf den Tisch. Das
"Durcheinander" genießt in deutschen Breiten nicht
den Ruf einer besonderen Speise. Dabei wird die Zubereitung eines
wirklich guten Eintopfs oftmals unterschätzt. Zeit und eine
sorgfältige Auswahl der Zutaten sind sehr wichtig, wenn es
richtig lecker sein soll. Der Garprozess darf nicht sich selbst
überlassen werden. Zu leicht können Zutaten durch zu
starke Hitze verkochen oder sogar anbrennen, wie zum Beispiel
Hülsenfrüchte. Ein guter Hühnereintopf braucht
für die volle Entfaltung seines Geschmacks eine
verhältnismäßig lange Kochzeit, während eine
Fischsuppe nur wenige Minuten bei mäßiger Hitze ziehen
darf.
Im Winter haben Eintöpfe Hochkonjunktur. In den Küchen
der Restaurants werden internationale Spezialitäten liebevoll
zubereitet.
Die Speisekarten machen in der kalten Jahreszeit Lust auf das
Allerlei in einem Topf. Irish Stew, Linsensuppe, spanischer
Kichererbseneintopf, Soljanka oder Bouillabaise - die
französische Fischsuppe wärmen den Körper und lassen
die Herzen der Eintopf-Fangemeinde höher schlagen. Und unsere
regionalen Eintopfgerichte stehen internationalen Speisen in nichts
nach. Pichelsteiner Topf, Schnippelbohnen mit Rindfleisch,
Erbseneintopf, Linsen- oder Kohlsuppe sind an nass-kalten Tagen ein
geschätztes Essen.
Aber, was wäre die deutsche Eintopfküche ohne Nudeln
und Kartoffeln. Sie dominieren die Eintöpfe in deutschen
Küchen wie kaum eine andere Zutat.
Eintöpfe kommen oft mit wenigen Zutaten aus. Kräuter und
Gewürze können hierbei je nach Zusammenstellung den
Geschmack des Ensembles immer wieder verändern. Phantasie ist
gefragt und Geduld.
Die Eintopfvielfalt ist riesig. Das Geheimnis eines guten Eintopfs
liegt jedoch in der langen Kochdauer. Und der Eintopf möchte
"sachte" zubereitet werden. Kochen auf großer Flamme
"wie alte Wäsche" kann schnell zum Garaus mancher
Zutaten werden. Ansonsten ist alles erlaubt was schmeckt.
Eintöpfe sind ein ideales Feld besondere Vorlieben für
beispielsweise bestimmte Hülsenfrüchte, Fleischsorten
oder Kräuter und Gewürze auszuprobieren.
Wer eigene Akzente setzen möchte, findet in der
internationalen Küche reichlich Ideen und Rezepte, um neue
Eintöpfe zu kreieren.
Nur Mut zum "Durcheinander" und falls etwas übrig
bleibt: Macht nichts, aufgewärmt schmeckt's noch mal so
gut!

