Oberberg. Die Zahl der registrierten Drogenfahrten im Kreis ist im vergangenen Jahr angestiegen. Mehr Fahrten unter Drogeneinfluss festgestellt . Polizei und Straßenverkehrsamt des Oberbergischen Kreises haben im letzten Jahr mehr Autofahrer registriert, die unter Drogeneinfluss unterwegs waren.
2010 hatte die Polizei 113 Drogenfahrten im Oberbergischen festgestellt, im vergangenen Jahr waren es 143. "Sicherlich haben auch verbesserte Kontrollverfahren dazu geführt, mehr Drogenkonsumenten zu überführen. Unsere Polizeibeamtinnen und -beamten sind in den letzten Jahren speziell darauf geschult worden, Drogenkonsum zu erkennen und auch der Einsatz von Drogenschnelltests ist erfolgreich. Die gestiegene Zahl überführter Verkehrsteilnehmer bedeutet also nicht zwingend, dass sich mehr Drogenkonsumenten hinters Steuer gesetzt haben.
Dennoch müssen wir von einem hohen Dunkelfeld der Fahrten
unter Rauschmitteleinfluss ausgehen", sagt Landrat Hagen Jobi,
Chef der Polizeibehörde Oberberg. Den Anstieg der
registrierten Drogenfahrten nehmen Straßenverkehrsamt und
Polizei zum Anlass,
verstärkt auf das steigende Unfallrisiko und auf die Folgen
für überführte Fahrer hinzuweisen.
Drogen im Straßenverkehr schränken das Fahrvermögen
drastisch ein. Zusätzlich erhöhen sie die
Risikobereitschaft. "Verkehrsteilnehmer, die im Drogenrausch
fahren, sind sich der Konsequenzen einfach nicht
bewusst", sagt Ulrich Stahl, Leiter des
Straßenverkehrsamtes."Wenn akut Drogen im Blut
festgestellt werden, wird der Führerschein von der
Fahrerlaubnisbehörde entzogen. Aber auch schon der Besitz von
Drogen kann unter Umständen dazu führen. Der Verlust des
Führerscheins verursacht weitreichende Probleme, bis hin zur
Erwerbslosigkeit." Der größte Teil der
Drogenkonsumenten, die auf oberbergischen Straßen ins Netz
gehen, sind
zwischen 18 und 32 Jahren alt. Das Strafmaß richtet sich
danach, welche Grenzwerte beim
Betäubungsmittelkonsum erreicht wurden und welche Folgen die
Drogenfahrt hatte. In jedem
Fall liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die in der Regel ein
Bußgeld von 500 Euro nach sich
zieht. Zudem werden noch mindestens 4 Punkte im
Verkehrszentralregister eingetragen und ein
Fahrverbot von mindestens einem Monat fällig.
Das Ordnungswidrigkeiten-Verfahren und das Verfahren bei der Fahrerlaubnisbehörde werden nebeneinander durchgeführt. Wenn ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz vorliegt, schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein. Im Rahmen der Neuerteilung der Fahrerlaubnis wird unter anderem die Vorlage eines medizinischpsychologisches Gutachtens (MPU) gefordert. Dabei wird geprüft, ob der Betroffene "geeignet" ist ein Fahrzeug zu führen. Eine MPU beispielsweise wegen Betäubungsmitteln kostet etwa 540 Euro, bei Drogen- und Alkoholauffälligkeit steigen die Kosten bereits auf etwa 730 Euro. Auch 19.01.2012: Kreis warnt vor Gefahr durch Drogen im Straßenverkehr die Vorbereitung auf einen solchen Test geht ins Geld. Der Nachweis, dass der Fahrer clean ist, muss erbracht werden - oft mehrere Male durch Urinproben über ein ganzes Jahr hinweg.
Auch diese Kosten, ab etwa 100 Euro je Nachweis, müssen die
Betroffenen selbst tragen. Sofern ein Vorbereitungskurs besucht
wird, fallen auch diese Kosten zusätzlich an. Um den
Führerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde neu zu
beantragen, werden ca. 150 Euro fällig. Der Oberbergische
Kreis setzt verstärkt auf Prävention, um gerade junge
Verkehrsteilnehmer vor dem Konsum von Drogen zu warnen. "Dabei
ist es auch wichtig Eltern, Lehrer und Ausbildungsbetriebe
einzubeziehen", sagt Landrat Hagen Jobi.

