Kalk (pas). Der "Kölner Schutzmann" Jupp Menth durfte nicht fehlen: Als im Polizeipräsidium der Polizeifrauenchor Köln e.V. Geburtstag feierte, gratulierte er mit einem kleinen Auftritt. Die Frauen selbst feierten sich selbst- verständlich auch und gaben sich ein Ständchen.
"Eigentlich können wir heute gleich zwei Geburtstage feiern", freute sich die Vorsitzende Susanna Kemper. Zum Einen gab es bereits vor sechs Jahren, am 8. März 2006, die Einladung, bei der Kölner Polizei einen Frauenchor zu gründen. Als eingetragener Verein existiert er seit genau einem Jahr später.
Kurz nach dem Gründungsaufruf unter dem Motto "Ja, wir
singen!" trafen sich dann auch 13 Frauen, die mitsingen
wollten. Kemper: "Es waren erstaunlich viele Frauen ohne
Gesangserfahrung und Notenkenntnisse darunter. Trotzdem hatte der
Chor nach nur wenigen Wochen bereits einen annehmbaren Sound."
Bereits Ende 2006 zählte der Chor 25 Mitglieder. Heute treffen
sich an jedem Donnerstag ab 18.30 Uhr mehr als 60 Sängerinnen
zwischen 18 und 75 Jahren.
Es singen nicht nur Polizistinnen mit, sondern auch andere Frauen,
die einfach Spaß an Musik haben. "Wir haben auch viel
Spaß miteinander und unsere Gemeinschaft hält wunderbar
zusammen", sagt Sopranistin Barbara Thurn.
Trotz seines jugendlichen Alters erlebte der Chor bereits markante
Höhen und Tiefen. "Wir traten schon in Dresden, Hamburg
und Paris auf", erzählt Kemper. Lebhaft sind die
Erinnerungen an Dresden 2008. Der dortige Polizeichor hatte sie
eingeladen. "Die hatten den Mut, das zu tun", schmunzelt
die Vorsitzende. Schließlich hatten die Kölner Frauen bis
dahin noch keine Auftritte außerhalb Kölns absolviert,
sondern lediglich auf Stadtteilveranstaltungen,
Jubiläumsfeiern oder auf Einladung der Stiftung "Kalk
gestalten" gesungen. Doch seien die Dresdner begeistert
gewesen. Kemper: "Vielleicht auch deshalb, weil wir uns mit
dem Lied 'Mer losse den Dom in Kölle' eingesungen
haben." Seit 2009 gibt ein Mal in zwei Jahren ein
Sonderprogramm mit dem Titel "Rock trifft Röcke".
Kemper: "Dessen durchschlagender Erfolg hat uns selbst
überrascht." Schwierige zeiten erlebte der Chor im
vergangenen Jahr. Damals verließ der Chorleiter das Ensemble
und die Existenz der Gruppe stand auf dem Spiel. Doch fanden die
Frauen mit Hermann Josef Roosen einen engagierten Nachfolger.
Polizeipräsident Wolfgang Albers gratulierte
"seinen" Frauen: "Ich lernte sie wenige Tage nach
meinem Amtsantritt kennen und ihr Motto "Wir sind nicht die
Besten, aber die Lustigsten" gefiel mir sehr." Der
Polizeifrauenchor Köln sucht weiterhin Verstärkung.
"Vor allem junge Frauen sind bei uns willkommen", so
Heike Gehrmann vom zweiten Alt.


